Solidarität über Parteigrenzen hinweg
Zum Abschluss der Aktionswoche gegen die Blockade Kubas wurde am Sonnabend eine Menschenkette um die US‑Botschaft gebildet

Yankees umzingelt: Vor der US-Botschaft wurde am Sonnabend nachmittag zum Abschluss der Aktionswoche gegen die US-Blockade gegen die Karibikinsel eine Menschenkette gebildet. Nach Schätzungen der jungen Welt waren etwa 200 Menschen daran beteiligt. Mit Fahnen und Transparenten und in kämpferischer Stimmung riefen sie Parolen wie »Cuba sí, yanqui no« oder »Viva Cuba socialista«.
Ausdrucksstarke Mahnwache: Eine Woche lang hatten Aktivisten Tag und Nacht vor der US-Botschaft in Berlin ausgeharrt, um auf die unmenschliche Blockade gegen Kuba aufmerksam zu machen. Die Kuba-Solidaritätsbewegung in Deutschland hatte sie gemeinsam organisiert. Mit dieser Präsenz wollte man eine Woche lang auf die kriminelle Politik der USA gegenüber Kuba aufmerksam machen und über die Errungenschaften der Kubanischen Revolution informieren. Teilnehmer der Mahnwache gegenüber vom Brandenburger Tor kamen mit Touristen ins Gespräch. Immer wieder blieben Passanten neugierig stehen.
»Ich empfinde gegenüber Kuba eine absolute Solidarität«, erklärte Wolfgang aus Berlin im jW-Gespräch vor der US‑Botschaft. »Kuba braucht unsere Hilfe, damit die Menschen dort leben und ihren eigenen Weg gehen können.« Und auch: »Ich finde, der Sozialismus ist etwas Gutes, während der Kapitalismus scheiße ist.« Wolfgang hat nach eigenen Angaben Spenden für rund 4.000 Solarpaneele gesammelt, die direkt von China nach Kuba geliefert werden sollen. Die Spenden seien »über Parteigrenzen hinweg« erfolgt, um die Lieferung möglichst schnell in Auftrag geben zu können.
Auch vor Ort: Sabine, Abonnentin der jungen Welt und Gewerkschafterin bei der IG Metall. Sie sagte gegenüber jW: »Ich finde es unglaublich, dass die USA versuchen, ein ganzes Volk auszuhungern. Das ist inhuman.« Für sie sei Kuba ein Beispiel, das ihr Hoffnung gibt: »ein Volk, das sich dafür entschieden hat, seinen eigenen Weg zu gehen und sich nicht von irgendwelchen Großmächten vorschreiben zu lassen, wie es sein eigenes Land organisieren soll«.
Auf einem Podium im Zelt wurde die vergangene Woche bilanziert: Die Organisatoren berichteten, dass viele Menschen erreicht und informiert wurden – vielen Passanten sei die Verschärfung der Blockade kein Begriff. Auch vor dem Auswärtigen Amt wurde demonstriert. Hintergrund war eine Äußerung von Außenminister Johann Wadephul, wonach er nicht gewusst habe, dass Kuba von den USA blockiert wird. Mit der Protestaktion sollte ihm diese Ausrede genommen und er zum Handeln bewegt werden.
Während der Protestwoche waren zahlreiche Solidaritätsgruppen aus anderen Städten angereist. Auch in Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig fanden Veranstaltungen statt. Dabei wurde betont, dass das Protestcamp nur ein Anfang im Kampf für Kuba sein kann. In diesem Kontext wurde auf die nächste Rosa-Luxemburg-Konferenz hingewiesen, die im Zeichen der Solidarität mit Kuba stattfinden wird. Generell wurde hervorgehoben, wie wichtig es ist, noch mehr junge Menschen zu erreichen. Die Jugendbrigaden seien allerdings zunehmend durch die hohen Flugpreise erschwert.
Positives Beispiel aus dem Ausland: In Großbritannien haben sich Gewerkschaften inzwischen dazu verpflichtet, ihre Mitglieder zu verstärkter Solidarität mit Kuba aufzurufen.
Von der Bundesarbeitsgemeinschaft Cuba sí wurde daran erinnert, dass es in Kuba in dieser Woche erneut einen großflächigen Stromausfall gegeben hatte, über den in den deutschen Nachrichten nicht einmal berichtet wurde. Auch über konkrete Hindernisse für die praktische Solidarität wurde berichtet. So habe sich Hapag-Lloyd geweigert, Container nach Kuba zu verschiffen, obwohl sie bereits bezahlt worden seien.
Zum Abschluss wurde betont, wie notwendig es ist, Kuba weiterhin sowohl finanziell als auch durch konkrete Solidaritätsaktionen zu unterstützen. Das Land befinde sich in einer kritischen Situation und sei angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Belastungen auf internationale Solidarität angewiesen.