Fidel Castro – der Repräsentant der antikolonialen Bewegung
Erklärung der „Internationale Förderation der Widerstandskämpfer (FIR)
Fidel Castro – der Repräsentant der antikolonialen Bewegung
Zum 100. Geburtstag von Fidel Castro existieren bereits vielfältige Stimmen, die sein Wirken als Kommunist und Organisator der kubanischen Revolution würdigen. Für die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), in deren Reihen unterschiedliche politische Überzeugung aus der Gemeinschaft des antifaschistischen Kampfes verbunden sind, ist Fidel Castro dennoch eine Persönlichkeit, an von allen Mitgliedsverbände respektiert wurde.
Aus frühen Zeitschriften geht hervor, wie die FIR-Verbände schon Ende der 1950er Jahre den Sturz der Batista-Diktatur durch die „Bewegung des 26. Juli“begrüßt haben. Insbesondere die soziale Leistung der kubanischen Revolution, die allen Menschen Bildung und medizinische Versorgung garantierte, war zum damaligen Zeitpunkt für viele Teile der Welt vorbildlich. Die Tatsache, wie die US-Regierung mit einer menschenverachtenden Embargo-Politik und im April 1961 auch mit der Organisation einer Söldnerarmee („Schweinebucht“) diese progressive Entwicklung zu stoppen versuchte, brachte Castro und der kubanischen Revolution große Sympathien in der antifaschistische Bewegung.
Mit großer Sorge verfolgten alle Antifaschisten die dramatische Entwicklung in der Kuba-Krise 1962. Sie wurde einmal mehr zur Bestätigung der gemeinsamen Politik gegen die Gefahr eines Atomkrieges und die Notwendigkeit der militärischen Entspannungspolitik zwischen Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung.
Mit großer Sorge verfolgten alle Antifaschisten die dramatische Entwicklung in der Kuba-Krise 1962. Sie wurde einmal mehr zur Bestätigung der gemeinsamen Politik gegen die Gefahr eines Atomkrieges und die Notwendigkeit der militärischen Entspannungspolitik zwischen Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung.
Vorbildlich aus der Sicht der Mitgliedsverbände der FIR war die internationalistische Haltung Kubas und Fidel Castros für die antikoloniale Bewegung. Auch wenn das Land insbesondere durch die wirtschaftliche und politische Unterstützung der Sowjetunion in seiner Existenz gesichert wurde, war Fidel Castro ein Anhänger der Blockfreiheit. Kuba wurde ein wichtiger Teil der Bewegung der Blockfreien Staaten, die zwischen den RGW-Staaten und den US-dominierten NATO-Staaten ein eigenes politisches Gewicht – insbesondere in der UN-Generalversammlung –entfalteten.
Mehrfach trat Fidel Castro mit eindrucksvollen Reden auf den UNO-Generalversammlungen auf, von 1979 bis 1983 als Vorsitzender der Bewegung der Blockfreien Staaten. Aus dieser Verantwortung heraus beteiligte sich Kuba an antikolonialen Befreiungskämpfen und unterstützte insbesondere die „Volksbewegung zur Befreiung Angolas“ (MPLA), die mit ihrem antikolonialen Kampf gegen das portugiesische Salazar-Regime im April 1975 die „Nelken-Revolution“ möglich machte. Wenn die FIR und ihre Verbände den Sturz dieses faschistischen Regimes durch die Volksbewegung feiert, dann bleibt die kubanische Unterstützung des antikolonialen Kampfes unvergessen.
Mit Fidel Castros Namen ist eine weitere Dimension des Internationalismus verbunden, nämlich der Einsatz von Ärzten, Lehrern und Technikern zum Aufbau in den aus der kolonialen Abhängigkeit befreiten Ländern des globalen Südens. Dies ist nicht zuletzt das Ergebnis der Bildungsoffensive in Kuba, mit der eine große Zahl von Fachkräften – auch über den nationalen Bedarf hinaus – ausgebildet wurden. Die Zahlen sind beeindruckend. Bisher wurden über 50.000 Ärzte in über 60 Länder entsandt, die dort humanitäre Unterstützung leisten. Sie gingen nicht in die USA oder andere westliche Staaten, um großes Geld zu verdienen.
Fidel Castro bleibt aus der Sicht der antifaschistischen Verbände untrennbar mit der kubanischen Revolution und dem Streben des Landes nach Unabhängigkeit von dem militärisch übermächtigen Nachbarn USA verbunden. Das Ende des sozialistischen Staatensystems und die Ausweitung der US-Sanktionen machten die Lage auf der Insel zunehmend prekär, trotz der großen internationalen Solidarität, die sich alljährlich in der Abstimmung der Generalversammlung der Vereinten Nationen gegen die US-Sanktionspolitik zeigt. Aufgrund seines Gesundheitszustandes zog Fidel Castro sich 2009 aus der kubanischen Regierungspolitik zurück, dennoch blieb er eine prägende Persönlichkeit, wie die Reaktionen auf seinen Tod im November 2016 zeigten.
Regierungsvertreter aus dem globalen Süden würdigten ihn als Vertreter der antikolonialen und Unabhängigkeitsbewegung, die den Staaten der „Dritten Welt“ ihre internationale Würde zurückgegeben habe. Die FIR und ihre Mitgliedsverbände betonten insbesondere sein Eintreten zur Überwindung der Blockkonfrontation, womit die Losung „Nie wieder Krieg!“ eine große Unterstützung erhalten habe.