Zwei Tanker mit russischem Öl und Gas steuern Kuba an
In Kuba ist die Energieversorgung zusammengebrochen. Die USA blockieren seit drei Monaten Energielieferungen. Jetzt hilft einer der engsten Verbündeten des Landes aus.Lara Dehari 18.03.2026 – 18:23 Uhr Artikel anhören04:05

Düsseldorf. Zwei mit russischem Öl und Gas beladene Tanker befinden sich auf dem Weg nach Kuba, wo sie Anfang kommender Woche ankommen sollen. Das berichtet die „Financial Times“ (FT) unter Berufung auf den Schiffsverfolgungsdienst Tankertrackers.
Russland ignoriert damit das Embargo von US-Präsident Donald Trump, der Energielieferungen von Venezuela nach Kuba seit drei Monaten blockiert. Das Land steckt in einer tiefen Energiekrise, da es zuvor fast ausschließlich von Venezuela beliefert worden war.
Der Tanker „Sea Horse“, der unter der Flagge Hongkongs fährt, transportiert laut Marineexperten circa 27.000 Tonnen russisches Gas. Er soll am Montag in Kuba ankommen, wie die „FT“ aus einem Gespräch mit Samir Madani, dem Chef des Schiffverfolgungsdienstes Tankertrackers, berichtet. Das Schiff habe vor rund einem Monat seinen Kurs gewechselt und auf Kuba neu ausgerichtet.
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Unter russischer Flagge fahre zudem der Tanker „Anatoly Kolodkin“ mit Kurs auf Kuba auf Höhe Frankreichs durch den Atlantischen Ozean. An Bord seien etwa 720.000 Barrel Öl (159 Liter). Er soll am 4. April ankommen, sagte Madani der „FT“.
Letzte Öllieferung kam aus Mexiko
Die letzte Öllieferung, die Kuba erreichte, kam Anfang Januar aus Mexiko. Seitdem hat Mexiko dem Embargo Trumps nachgegeben und das Land nicht weiter versorgt. Der letzte Tanker aus Venezuela kam im Dezember.
Russland hat dem Land seine uneingeschränkte Solidarität erklärt. Bereits zu Zeiten des Kalten Krieges hatte die damalige Sowjetunion Kuba beliefert. Kubas eigene Energieproduktion reicht nur aus, um 40 Prozent des Eigenbedarfs zu decken.
Trump denkt über Übernahme Kubas nach
Zu Wochenbeginn kündigte Trump an, er „habe die Ehre, Kuba in irgendeiner Form zu übernehmen“. „Ich könnte alles tun, was ich will“, sagte er weiter. Auch Außenminister Marco Rubio forderte Veränderungen in dem Land und sagte vor Journalisten in Washington: „Kuba hat eine Wirtschaft, die nicht funktioniert, in einem Politik- und Staatssystem, das die Probleme nicht beheben kann. Also müssen sie sich grundlegend verändern.“
Kuba sucht laut eigenen Angaben das Gespräch mit den USA, machte aber auch klar, dass es im Falle eines Angriffs „starken Widerstand“ gäbe. „Die Vereinigten Staaten drohen Kuba fast täglich öffentlich damit, die verfassungsmäßige Ordnung mit Gewalt zu stürzen“, sagte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel weiter.
Oscar Pérez-Oliva Fraga, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Außenhandel und Investitionen, erklärte, Kuba wolle dennoch eine engere Zusammenarbeit der beiden Länder und öffnete das Land erstmalig für Investitionen von im Ausland lebenden Kubanern.
Man sei zudem offen für „eine reibungslose Geschäftsbeziehung mit US-Unternehmen“ sowie „mit in den Vereinigten Staaten lebenden Kubanern und deren Nachkommen“, sagte der Minister in der politischen Talkshow „Mesa redonda“ (Runder Tisch). „Das gilt nicht nur für kleine Investitionen, sondern auch für große, insbesondere im Bereich der Infrastruktur.“