Das Ausruhen einer Kämpferin

Am 25. September verstarb in Havanna, wo sie seit mehr als 40 Jahren als politische Exilantin gelebt hatte, die Kämpferin für die Menschenrechte und Verteidigerin der afroamerikanischen Bevölkerung, die US-Amerikanerin Assata Shakur.
Sich an sie zu erinnern bedeutet, sich ein Leben voller kämpferischer Ungeduld ins Gedächtnis zu rufen, ein Leben, dem Widerstand und dem Kampf geweiht, ungeachtet der Beschränkungen und Verfolgungen, die gegen sie und ihre Mitstreiter von verschiedenen US-Regierungen unternommen wurden.
Sie wusste von den Morden und der Repression auf Straßen der Vereinigten Staaten gegen die schwarze Bevölkerung, die in allen Bereichen des Lebens diskriminiert und marginalisiert wurde.
„Mein Name ist Assata Shakur und ich bin eine entflohene Sklavin im 20. Jahrhundert. Aufgrund der staatlichen Verfolgung hatte ich keine andere Wahl, als der politischen Unterdrückung, dem Rassismus und der Gewalt zu entkommen, die die Politik der US-Regierung gegenüber schwarzen Menschen dominieren. Ich bin Politikerin und lebe seit 1984 im Exil in Kuba“, schrieb sie in einem offenen Brief, der am 30. Dezember 2014 im Online-Magazin Counterpunch veröffentlicht wurde.
Sie sah sich als „politische Aktivistin fast mein ganzes Leben lang“ und sagt: „Obwohl die US-Regierung alles getan hat, mich als Verbrecherin einzustufen, bin ich keine Kriminelle und war es auch nie.“
Ihr richtiger Name war JoAnne Deborah Byron, und sie wurde zu einer sehr bekannten Figur in der langen Geschichte des Kampfes für die Bürgerrechte in den USA.
Sie war das Opfer eines manipulierten und politisch motivierten Prozesses unter mehrfachen unbewiesenen Anklagen, die sie immer bestritt, vor einer rein weißen Jury. Die Hauptanklage: der angebliche Mord an einem Polizeibeamten in New Jersey.
Mitglied der Organisation Black Panthers, wurde sie Opfer von Polizeigewalt und harter Maßnahmen im Gefängnis, verurteilt zu lebenslanger Haft. Nachdem ihr die Flucht aus dem Gefängnis gelungen war, stimmte die kubanische Regierung zu, ihr politisches Asyl zu gewähren.
Mehrere US-Behörden haben jahrelang auf der Forderung nach ihrer Auslieferung in die USA bestanden. Diese Forderung wurde immer negativ beschieden.
In den letzten Jahren nutzten andere US-Regierungen die Präsenz von Assata in Kuba, um zu versuchen, die unrechtmäßige Aufnahme der Insel in die Liste der Staaten zu rechtfertigen, die angeblich den Terrorismus unterstützen. Doch Ende 2024 erklärte der Staatssekretär von Präsident Joe Biden vor einem Ausschuss des Kongresses, dass keine US-Amerikaner in Kuba wegen terroristischer Straftaten angeklagt seien.
Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla antwortete einem Journalisten bei einer Pressekonferenz in Wien am 19. Juni 2017: «In Bezug auf das Thema der sogenannten „US-amerikanischen Flüchtlinge in Kuba“ kann ich bekräftigen, dass Kuba im Rahmen des nationalen Rechts wie auch des internationalen Rechts sowie der lateinamerikanischen Tradition politisches Asyl oder Zuflucht Kämpfern für die Bürgerrechte der Vereinigten Staaten gewährt hat. Natürlich werden diese Menschen nicht in die Vereinigten Staaten zurückgeschickt, die keine rechtliche, politische und moralische Grundlage für ihre Forderung haben.»
In den letzten Tagen haben neben ihrer Tochter, Kakuya Shakur, auch andere Persönlichkeiten aus dem progressiven und afroamerikanischen Sektor Kondolenzschreiben und Tribute zum Gedenken an Assata Shakur veröffentlicht.
Ihr Tod, mehr als ihre Abwesenheit, bedeutet die Ruhe einer unermüdlichen Kämpferin für die Menschenrechte von Menschen afrikanischer Abstammung.