Kubas Ärzte bleiben
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Auslöser war ein Bericht des US-Außenministeriums über »Zwangsarbeit und Menschenhandel mit kubanischem medizinischem Fachpersonal«, der Ende August an den Kongress übermittelt wurde. Darin wurde Uruguay als eines der 15 Länder benannt, die das »kubanische Regime« direkt für diese Dienstleistung bezahlt hätten, erfuhr die in dem südamerikanischen Land einflussreiche Zeitschrift Búsqueda am 10. September von einem Vertreter der US-Botschaft in Montevideo. Wenige Tage später verkündete die Regierung jedoch, die auslaufenden Verträge des medizinischen Personals aus Kuba zu verlängern – Uruguay positioniert sich somit auf seiten des kubanischen Internationalismus und erteilt dem Kampf der USA gegen das solidarische Ärzteprogramm eine Absage.
In einem Statement betonte der Präsidentschaftssekretär Alejandro Sánchez, dass Uruguay trotz des Drucks aus den USA nicht auf sein historisches Gesundheitsabkommen mit Kuba verzichten werde und die Finanzierung der Ärzte fortsetzen wolle. Dank ihrer Hilfe hätten allein mehr als 100.000 Personen ihr Sehvermögen wiedererlangen können, erklärte Sánchez. Nachdem der Präsidentschaftssekretär am Montag im Interview mit El Eco Digital auf den US-Bericht angesprochen worden war, entgegnete er: »Uruguay ist ein souveränes, freies Land, und die kubanischen Ärzte haben in Uruguay einen entscheidenden Beitrag geleistet.« Auch wenn Montevideo großen Wert auf gute Beziehungen mit Washington lege, müssten die Leistungen der kubanischen Ärzte anerkannt werden. Uruguay lehne bestimmte Maßnahmen der Trump-Regierung ab und stelle sich gegen die Einmischung in interne Angelegenheiten. »Wir gehorchen dem uruguayischen Volk, nicht den USA.«
Zuvor hatte der Journalist Gabriel Pereyra am 8. September in der Sendung »Informativo Sarandí« berichtet, Außen- und Verteidigungsministerium seien wenige Tage vor dem Vertragsende der kubanischen Ärzte vor einer Fortführung des Programms gewarnt worden. Als Druckmittel habe Washington ein Ende der militärischen Unterstützung angedroht. Uruguays Außenminister Mario Lubetkin wies diese Behauptung zurück. Das Thema sei jedoch Teil des bilateralen Dialoges.
Nachdem Washington den Druck auf die lateinamerikanischen Regierungen erhöht hatte, mit Havanna zu brechen, verkündeten bereits zahlreiche Staaten ein Ende der kubanischen Ärztekooperationen. Hintergrund ist ein Gesetz des US-Kongresses vom Februar, das Staaten mit einem Ende der US-Hilfen droht, wenn diese die kubanischen Ärzte nicht innerhalb von zwei Jahren zurückschicken. Zunächst beendeten Guatemala und Honduras ihre Kooperation mit Havanna. Auch Jamaika sandte die kubanischen Ärzte nach 50 Jahren gemeinschaftlicher Gesundheitsprogramme zurück. Doch es gibt Widerstand: Vor Uruguay hatte Mexiko bereits im März eine Fortsetzung der Ärztekooperation angekündigt.