Pragmatiker und Visionär
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Vor 100 Jahren wurde Fidel Castro geboren. Die politischen Analysen des kubanischen Revolutionsführers sind bis heute aktuell

→ Volker Hermsdorf schrieb an dieser Stelle zuletzt am 16. August 2025 über die Gründung der ersten Kommunistischen Partei Kubas vor 100 Jahren: »Den Weg geebnet«
Zeitlebens beeindruckte der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro durch seine Fähigkeit zu weit vorausschauenden Analysen, die ihn vor politischen Trugschlüssen bewahrte. »Ich habe kein Vertrauen in die Politik der USA«, warnte er Ende 2015, als die von seinem Bruder Raúl und US-Präsident Barack Obama eingeleitete diplomatische Annäherung zwischen Washington und Havanna als »Ende der Eiszeit« und »Beginn einer neuen Ära« gefeiert wurde. Obwohl er eine Normalisierung der Beziehungen grundsätzlich begrüßte, hielt Fidel Castro es mit Bertolt Brechts Ballade vom Wasserrad, in der es über die großen Herren dieser Erde heißt: »Ob sie besser waren oder schlimmer: Ach, der Stiefel glich dem Stiefel immer.«
Die Wahl Donald Trumps im Dezember 2016 und dessen erste Amtszeit erlebte er nicht mehr. Am 25. November 2016 starb Fidel Castro Ruz im Alter von 90 Jahren. Mit seiner Warnung, dass Entspannung und Frieden nicht mit dem Wesen des Imperialismus vereinbar seien, behielt der Comandante en Jefe, der am 13. August 100 Jahre alt geworden wäre, allerdings – wie so oft – recht. Auch mit einer anderen, einmal halb im Scherz geäußerten Prognose über die politische Strahlkraft seiner Ideen über den eigenen Tod hinaus täuschte er sich nicht. »Unsere Gegner sollten sich keine Illusionen machen, ich sterbe morgen, und mein Einfluss mag zunehmen«, sagte er. Castro verwies auf den spanischen Nationalhelden El Cid, der seinen Gefolgsleuten auf dem Sterbebett das Versprechen abgenommen haben soll, sich niemals zu ergeben. »Ich könnte es wie Cid Campeador machen, den sie tot auf einem Pferd mit sich führten und so Schlachten gewannen«, fügte er hinzu.
Wie zur Bestätigung dieser Äußerung veröffentlichte das US-Außenministerium Ende Juli – gut drei Wochen vor Castros 100. Geburtstag – ein Dokument mit dem Titel »Kuba: Die Hauptstadt des Kommunismus im 21. Jahrhundert« (Cuba: The Capital of 21st Century Communism). Dem im Stil eines Verschwörungsmythos von einem KI-Programm verfassten Bericht ist ein Zitat Fidel Castros aus dem Jahr 1958 vorangestellt, das die »Bedrohung« belegen soll, die laut Außenminister Marco Rubio bis heute von Castros »heimtückischem« Einfluss ausgehe. Wörtlich heißt es in dem 100seitigen Pamphlet: »Kubas materielle Schwäche war niemals das Maß seiner Gefährlichkeit. Seine Macht war stets ideologischer Natur – und sie hat sich als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen.«
»Eine andere Welt ist möglich«
Die selbst von Kubas erbittertsten Feinden attestierte Widerstandsfähigkeit von Castros Einfluss beruht nicht auf einem Kult um seine Person oder gar einer in Kuba von oben verordneten »Staatsräson«, sondern darauf, dass die präzisen marxistischen Analysen des Comandante, seine Erkenntnisse und Schlussfolgerungen bis heute aktuell sind. Der Impuls, der von Fidel Castros Gedanken und Wirken ausging, ist bis heute nicht zum Erliegen gekommen. Dass der US-Imperialismus im Kern derselbe bleibt und seine Widersprüche nicht unter Kontrolle, ja nicht einmal in den Blick bekommt, wird indirekt sogar durch den von Rubio vorgelegten Bericht bestätigt. Darin wird versucht, die inneren Probleme der USA – die aus Armut, sozialer Ungleichheit, Rassendiskriminierung, Polizeigewalt, Militarisierung, der Unterstützung Israels beim Völkermord im Gaza, der US-Migrationspolitik usw. hervorgehen – als Folgen einer kubanischen Verschwörung darzustellen.
Auch europäische Länder stehen vielen aktuellen Herausforderungen hilflos gegenüber, ganz wie Castro es prognostizierte. Die soziale Ungleichheit nimmt ständig zu, immer größere Teile der Bevölkerung rutschen in Armut ab, die Bildungs- und Gesundheitssysteme kollabieren, Mietwucher und Wohnungsnot treffen immer mehr Menschen, und die einzige Antwort der Herrschenden auf die durch Armut, Hunger, Vertreibung sowie imperialistische Kriege verursachten Flüchtlingsbewegungen lautet Entsolidarisierung und Abschiebungen statt Hilfe und Beseitigung der Fluchtgründe. Darüber hinaus tragen westliche Länder einen großen Teil der Verantwortung für den Klimawandel und die globale Zerstörung der Umwelt. Die derzeitige Politik der USA und der Staaten Europas spitzt all diese Probleme weiter zu. Immer stärkere Aufrüstung, mehr Kriegseinsätze, zunehmende Privatisierung und Kommerzialisierung von Bildung, Gesundheit und Wohnraum führen zu sozialen und humanitären Katastrophen.
Über Jahre und Jahrzehnte hinweg warnte Fidel Castro nicht nur vor den Folgen der von ihm vorausgesagten Zuspitzung der Widersprüche innerhalb westlicher Gesellschaften, sondern zeigte immer auch Alternativen zu diesem Teufelskreis auf. Castros Denk- und Politikansatz verlangt allerdings von der Politik, sich den wahren Herausforderungen zu stellen, statt sie zu ignorieren. Wo westliche Politiker resigniert auf das »TINA-Prinzip« (There is no alternative, ein von Margaret Thatcher in den 1980er Jahren geprägter Slogan, jW) hinwiesen, hielt Castro dagegen: »Eine andere Welt ist möglich«, erklärte er unermüdlich bis zu seinem Tod. In Kuba hat Fidel Castro rund 60 Jahre lang bewiesen, dass eine alternative Art zu leben, eine andere Gesellschaft nicht nur möglich, sondern auch machbar ist, sofern die Prioritäten entsprechend gesetzt werden und nicht maximaler Profit, sondern die Bedürfnisse der Menschen das Handeln bestimmen. Genau deshalb sehen die USA und ihre westlichen Verbündeten in Kuba eine Gefahr, und daher versucht Washington mit seiner Blockade das Beispiel zu eliminieren, für das der sozialistische Inselstaat seit über 60 Jahren steht.
»Im Namen der Armen«
Fidel Castro war zugleich pragmatischer Revolutionär, Staatsmann, Stratege und Visionär, dem wegen der ungewöhnlichen Einheit von Denken und Handeln weltweit Glaubwürdigkeit attestiert und Respekt entgegengebracht wurde und wird. Als Revolutionsführer hat er die Geschichte Kubas verändert und die einstige Vergnügungsinsel, die bis dahin US-amerikanischen Millionären und Mafiabossen als Bordell und Spielcasino diente, in ein Land verwandelt, in dem in ehemaligen Militärkasernen Bildungsstätten und Polikliniken entstanden. Neben dem Kampf für die Souveränität seines Landes und das Recht der Menschen auf Arbeit, Bildung, Gesundheit und Wohnraum widmete Castro sich nach dem Sieg der Revolution zunehmend auch globalen Themen.
Mit der Revolution wurde Kuba auch in anderen Ländern des globalen Südens im Kampf gegen den Analphabetismus zum Vorreiter für das Menschenrecht auf Bildung. Das Ende der Apartheid in Südafrika wurde 1975 mit der von Castro angeordneten – nach einer aufständischen Sklavin benannten – »Operation Carlota« und dem Einsatz kubanischer Freiwilliger in Angola eingeleitet. Zahlreiche Kubaner opferten ihr Leben im Kampf gegen das vom Westen unterstützte Rassistenregime. Nach der Unabhängigkeit Angolas schickte Fidel Castro der jungen Republik nicht nur Soldaten für die Verteidigung gegen die militärischen Angriffe des faschistischen südafrikanischen Regimes, sondern auch Experten zum Aufbau einer neuen Gesellschaft. Von den 50.000 zivilen Aufbauhelfern in Angola arbeiteten zwischen 1976 und 1991 allein 10.000 als pädagogische Berater, Lehrer und Dozenten. In 15 Jahren wurden über 2,4 Millionen schulpflichtige und erwachsene Angolaner alphabetisiert.
Castro sah den Rassismus der weißen »Herrenmenschen« im südlichen Afrika, die der Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung das Recht auf Bildung, Gesundheit und ein würdiges Leben streitig machten, nur als extremes Beispiel für die Situation in zahlreichen Ländern des Südens. In einer Rede vor den Vereinten Nationen analysierte er 1979 die weltweit vorherrschende Ungleichheit, kritisierte das wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen Nord und Süd, forderte eine gerechte Verteilung von Ressourcen, Technologien sowie Lebenschancen und prangerte die globalen Widersprüche an. »Es wird oft über Menschenrechte gesprochen, aber man muss auch von den Rechten der Menschheit sprechen. Warum müssen einige Menschen barfußgehen, damit andere in Luxuslimousinen fahren können? Warum müssen einige bettelarm sein, damit andere steinreich sind? Ich spreche im Namen der Kinder der Welt, die kein Stück Brot haben. Ich spreche im Namen der Kranken, die keine Medikamente haben. Ich spreche im Namen derer, denen das Recht auf Leben und Menschenwürde versagt ist.« Man könne nicht von Frieden sprechen, wenn jedes Jahr Millionen Menschen an Hunger oder heilbaren Krankheiten sterben. Und er warnte: Die Zukunft der Welt werde »apokalyptisch« sein, wenn die gegenwärtigen Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten nicht auf friedlichem Weg beseitigt werden. Das Ergebnis einer »Welthungerkonferenz« im Jahr 1996 kommentierte er mit der Bemerkung: »Wenn das hier beschlossene Ziel die Halbierung der Zahl von hungernden Menschen auf der Welt ist, was sollen wir dann der anderen Hälfte sagen?«
»Ächten wir die Waffen«
Castros Analysen verbanden soziale Themen stets mit Warnungen vor den Folgen imperialistischer Politik. »Das Waffengeklirr, die lauten Drohungen und der Kampf um die Vorherrschaft auf internationaler Ebene müssen aufhören«, mahnte er in der UN-Generalversammlung. »Die Waffen in den Arsenalen der reichen Staaten können zwar Kranke, Analphabeten, Arme und Hungernde töten, nicht aber Unwissenheit, Krankheit, Armut und Hunger beseitigen. Und noch weniger können sie die gerechte Auflehnung der Völker unterdrücken«, sagte er. Kuba habe sich nie mit der eigenen Entwicklung und Produktion von Atomwaffen beschäftigt, weil es derartige Waffen nicht wolle und brauche. »Wir widmen unsere knappen Ressourcen der Entwicklung von anderen Waffen. Waffen, um den Tod zu bekämpfen, um AIDS zu bekämpfen, um Krankheiten zu bekämpfen, um Krebs zu bekämpfen.«
Auch auf die Zusammenhänge zwischen sozialer Ungerechtigkeit, Aufrüstung und ökologischen Problemen wies Castro frühzeitig hin. Soziale, politische und ökologische Krisen betrachtete er nie getrennt, wie dies bei westlichen Politikern überwiegend üblich ist, sondern als Ausdruck derselben Logik eines ungerechten, auf Profitmaximierung ausgerichteten globalen Systems. 1992 kritisierte er auf dem UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro, dass die westlichen Konsumgesellschaften, in denen weniger als 20 Prozent der Weltbevölkerung leben, mehr als drei Viertel der Energie verbrauchen, und warnte vor den sich daraus ergebenden ökologischen Konsequenzen: »Eine bedeutende biologische Gattung ist aufgrund der schnellen und progressiven Beseitigung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen vom Aussterben bedroht: der Mensch.« Gut 20 Jahre später schrieb er in einer seiner Reflexionen: »Ich wusste damals nicht, wie nah wir bereits an diesem Punkt angekommen waren.«
Immer wieder und fast gebetsmühlenartig forderte Fidel Castro, die für Rüstung und Militär aufgewendeten Mittel dafür zu verwenden, »die Gefahr der ökologischen Zerstörung des Planeten zu bekämpfen«, denn, so seine Prognose, »morgen wird es zu spät sein für das, was wir schon lange gemacht haben müssten«. Angesichts zunehmender militärischer Konflikte warnte er in seinen zehn letzten Lebensjahren wieder verstärkt vor einer globalen atomaren Katastrophe. »Ich glaube, dass die Menschheit heutzutage in realer und wirklicher Gefahr des Aussterbens schwebt«, sagte er im November 2005 vor Studenten der Universität von Havanna und forderte sie dazu auf, sich der »zerstörerischen Macht der modernen Waffen« zu widersetzen. In der letzten Rede vor seinem Tod mahnte er mit Nachdruck: »Vielleicht geht heute die größte Gefahr für die Erde von der zerstörerischen Macht der modernen Waffen aus, die den Frieden auf dem Planeten untergraben und das menschliche Leben auf der Erde unmöglich machen könnte. Unsere Gattung würde verschwinden, so wie die Dinosaurier verschwanden.« In den Jahren zuvor hatte er regelmäßig appelliert: »Ächten wir die Waffen und befassen wir uns mit den dringendsten Problemen unseres Zeitalters auf friedliche Weise. Das ist die Aufgabe und die heilige Pflicht aller Staatsmänner der Welt. Und das ist auch die unerlässliche Voraussetzung für das Überleben der Menschheit.«
»Schützengräben aus Ideen«
Solche Reden kommen bei den Profiteuren der Rüstungsproduktion, in den Konzernspitzen, die die Ressourcen ganzer Kontinente als ihr Eigentum betrachten, und bei denen, die sich ihre Mordsgeschäfte mit Kriegen, Zerstörung und Wiederaufbau nicht vermasseln lassen wollen, gar nicht gut an. Schlimmer noch als seine Reden war jedoch, dass Castro ihnen Taten folgen ließ. Kuba demonstrierte nach dem Sieg der Revolution, der Verteilung des Bodens an diejenigen, die ihn bestellen, der Wiederaneignung der eigenen Ressourcen und der Enteignung ausländischer Konzerne, dass plötzlich Bildung, Gesundheit und bezahlbarer Wohnraum für alle möglich war.
Dass eines der kleinsten und ärmsten Länder der westlichen Hemisphäre – trotz der längsten und umfangreichsten Blockade, die je gegen einen Staat verhängt wurde – über ein halbes Jahrhundert erfolgreich Widerstand gegen alle neoliberalen Offensiven leistet, die Analphabetenrate und die Kindersterblichkeit senkte, ein international anerkanntes und innovatives Gesundheitssystem aufbaute, weltweit medizinische Hilfseinsätze organisierte und beispielsweise während der Covid-Pandemie als einziges Land des globalen Südens in der Lage war, eigene Impfstoffe zu entwickeln, hat seine Wirkung nicht verfehlt.
Nicht nur im globalen Süden sahen viele Menschen in den Reden und Taten Fidel Castros eine Alternative zur kapitalistischen Abwärtsspirale aus Abhängigkeit, Armut, Hunger und Krieg. Denkt man an Karl Marx’ bekannten Satz »Die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift«, wird klar, warum Konzerne und Regierungen in den USA in Castros Reden zu Recht eine Gefahr für ihren »American Way of Life« sehen – eine »Lebensart«, die für viele Menschen in der Welt Elend oder den Tod bedeutet. Castro selbst erklärte die Wirkung seiner Worte mit »der unbesiegbaren Kraft der moralischen Waffen« und zitierte gern den Ausspruch des kubanischen Freiheitskämpfers und Nationalhelden José Martí, dass »Schützengräben aus Ideen« mehr wert sind »als Schützengräben aus Stein«.
»Wir sind immer noch da«
Zehn Jahre nach Fidel Castros Tod sehen das US-Außenministerium und sein Chef Marco Rubio die westliche Zivilisation erneut von einem bereits vor 178 Jahren von Karl Marx und Friedrich Engels beschriebenen Gespenst bedroht, das ihnen – obwohl selbst oft totgesagt – noch immer eine Todesangst einzuflößen scheint. In ihrem erwähnten Bericht, in dem sie Kuba als Zentrum des »Kommunismus im 21. Jahrhundert« verorten, »entlarven« sie Fidel Castros Lebenswerk mit der verblüffenden Enthüllung: »Es war eine Revolution gegen die westliche Zivilisation selbst – die zum Teil mit der neuartigen und heimtückischen Methode geführt wurde, die Kinder des Westens dazu zu überreden, sich gegen ihr eigenes Erbe zu wenden.«
Der kubanische Journalist Michel Torres Corona sieht darin ein Kompliment für Fidel Castro und seine heutigen politischen Erben: Ja, diejenigen, die Castros Werk fortsetzen, seien »die schlimmsten Feinde der armen Millionäre und der Pädophilen des Epstein-Vereins«, gestand er in der jungen Welt (vgl. seine Kolumne »Stimme aus Havanna« vom 31.7.2026) ein und fügte hinzu: »Gut so!« Das heutige Paradoxon Kubas bestehe darin, dass aufgrund der Ungleichheit des Kampfes zwischen David und Goliath alle eine Niederlage des Fidelismus prophezeiten. »Aber wir sind immer noch da.«
Am 19. April 2016 sagte Fidel Castro auf dem VII. Kongress der Kommunistischen Partei Kubas in seiner letzten Rede, ihm werde es »bald ergehen, wie allen anderen. Alle kommen wir an die Reihe, aber die Ideen der kubanischen Kommunisten bleiben.« Obwohl er auf sein mögliches Ende hinwies, verbreitete seine Rede den Optimismus des lebenslangen Kämpfers, der von der Kraft der richtigen Ideen überzeugt ist, die sich entfaltet, wenn diese zur kollektiven Gegenwehr führen. Er sei Sozialist geworden und habe sich in einen Kommunisten verwandelt, weil dieses Wort für ein Konzept stehe, »das in der Geschichte am meisten verfälscht und verleumdet wurde, und zwar von denen, die das Privileg hatten, die Armen auszubeuten, die ausgeplündert sind, seit sie aller materiellen Güter beraubt wurden, die durch die Arbeit, das Talent und die menschliche Energie hervorgebracht werden«.
100 Jahre nach seiner Geburt in der kleinen ostkubanischen Ortschaft Birán am 13. August 1926 ist das Konzept des marxistisch-leninistischen Revolutionsführers heute so aktuell, wie zu seinen Lebzeiten. Über seine Verdienste wollte der Comandante en Jefe, der zeitlebens für den Beweis kämpfte, dass eine andere Welt möglich ist, nicht sprechen. »Wenn es überhaupt ein Verdienst geben kann«, räumte er gegenüber seinem Biographen Ignacio Ramonet ein, »dann das, beständig gewesen zu sein in der Treue zu den Ideen und Prinzipien.« Ansonsten halte er es lieber mit dem von seinem Kampfgefährten Ernesto Che Guevara geprägten Satz: »Es ist die Pflicht eines jeden Revolutionärs, die Revolution zu machen!«