Von wegen isoliert
Dies ist ein weiteres Resultat der Verschärfung der Blockade gegen Kuba, die US-Präsident Donald Trump am 1. Mai per Dekret angeordnet hatte – darin wird mit Strafen für alle gedroht, die mit dem Gaesa-Konsortium kooperieren, das sich im Besitz der Revolutionären Streitkräfte befindet. Zu den Drohungen gehört unter anderem der Ausschluss aus dem internationalen Zahlungsverkehr. Den neuen US-Sanktionen hatten sich Mitte Mai bereits mehrere Schifffahrtsunternehmen gebeugt, die seitdem keine Buchungen für Kuba mehr annehmen und somit zur Blockade Kubas beitragen. Dazu gehört auch das deutsche Unternehmen Hapag-Lloyd, an dem die Stadt Hamburg mit 13 Prozent beteiligt ist. Zum dramatischen Treibstoffmangel, der durch das US-Ölembargo entstanden ist, kommt somit auch noch ein Mangel an Waren hinzu, da Importe nur noch eingeschränkt auf die sozialistische Karibikinsel transportiert werden.
Doch es gibt auch gute Nachrichten. Mexiko verweigert sich weiterhin der durch Washington verordneten Erdrosselung Kubas – eine weitere Hilfslieferung, die sechste seit Januar, hat Havanna erreicht. Und auf dem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg wurden handfeste Pläne für eine Zusammenarbeit zwischen Russland und Kuba geschmiedet. Rund 90 russische Unternehmen aus der Lebensmittelbranche wollen Fleisch-, Fisch- und Molkereiprodukte an Havanna liefern, ebenso werde Russland Kuba mit Autolieferungen unterstützen. Auch in den Bereichen Telemedizin, Informationstechnologie und Cybersicherheit ist eine Zusammenarbeit vorgesehen.
Mit der russischen Karte Mir und dem chinesischen UnionPay-System kann außerdem der Zahlungsverkehr in Kuba aufrechterhalten werden. Daneben wird verstärkt auf Bargeld und die kubanischen Prepaid-Karten „Clásica“ und „Tropical“ gesetzt.
Dass Trump und die USA mit ihrer verbrecherischen und mörderischen Blockade nicht nur die Kubanerinnen und Kubaner und ihre revolutionären Errungenschaften bedrohen, sondern die gesamte Menschheit, wird deutlich, wenn man sich eine weitere Vereinbarung ansieht, die in Sankt Petersburg geschlossen wurde: Kubanische und russische Pharmaunternehmen werden gemeinsam Impfstoffe gegen Krebs entwickeln – dass das kein ferner Zukunftstraum ist, zeigen jüngste Forschungen auf Kuba.
Dort ist es gelungen, einen Impfstoff gegen Lungenkrebs herzustellen, der auch noch wirksam ist, wenn die Krankheit bereits voll ausgebrochen ist – und deutlich höhere Erfolgschancen hat als eine herkömmliche Chemo- oder Strahlentherapie, bei weniger Nebenwirkungen. Die Forschung habe – so die kubanische Projektleiterin Yanelys Morera – „alle Phasen durchlaufen“, von den ersten Studien an Labortieren bis zu den jüngsten klinischen Phase-II-Studien, in denen versucht wurde, gezielt bestimmte Tumorarten zu behandeln.
Wie beim Corona-Impfstoff könnte die kubanische Forschung weltweit Leben retten. Wenn Regierungen und Banken sich nicht länger dem US-Diktat beugen.