Bericht von der Mitgliederversammlung des Netzwerk Cuba am 6.6.2026 im Mehringhof in Berlin
Das Netzwerk Cuba-informationsbüro-e.V. wurde am 13.6.1993 gegründet und versteht sich seitdem als Netzwerk unterschiedlicher Gruppen und soll eine Stelle zur Verbreitung von Cuba-Informationen sein, zur solidarischen Unterstützung des revolutionären Cuba. Daher werden jährlich drei Mitgliederversammlungen einschließlich der Jahreshauptversammlungen durchgeführt. Die zweite MV dieses Jahres fand daher am 6.6. im Mehringhof in Berlin statt.
Zu Beginn trug Jutta Kausch, Schauspielerin und Mitglied der Freundschaftsgesellschaft Berlin-Kuba einige Auszüge aus Reden von Fidel Castro vor, aus Anlass seines 100sten Geburtstag am 13.8.2026. Unglaublich wie aktuell diese Aussagen sind, aus der Rede 2005 in der Aula Magna der Universität Havanna und schon 1992 bei einer Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung!
Wie immer wurde ein Tätigkeitsbericht seit der letzten MV im März vorgelegt, der aber auch schon einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten enthielt. Besonders erwähnt wurden die erfolgreiche Cuba-Konferenz der „junge Welt“ am 11.4. und die sich anschließenden Veranstaltungen in verschiedenen Städten mit den Gästen aus Cuba.
Am 29.4. haben wir gemeinsam mit Brot für die Welt und Misereor der evangelischen Kirche einen Cuba-Fachtag mit vor allem jungen kirchlichen Teilnehmer:innen durchgeführt.
Kurzfristig einberufen wurde eine Videokonferenz des ICAP, insbesondere zur Erörterung und Vorbereitung einer europäischen Aktion, eines Konvois durch europäische Städte bis Ende Juni, am 13.6. wird in Berlin Station gemacht, örtliche Aktivitäten sind in Vorbereitung.
Eine nationale Manifestation ist für So, den 28.6.2026 in Berlin geplant, organisatorische Durchführung durch die Partei „Die Linke“, die von Seiten der Soli-Bewegung mit aller Kraft unterstützt wird, um eine Unterstützung Kubas im politisch-parlamentarischen Raum zu stärken.
Die Durchführung von verschiedenen Gewerkschaftskonferenzen, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und von Einzelgewerkschaften soll genutzt werden, das Thema Cuba dort einzubringen, wenn möglich mit einem Antrag, aber auch mit Info-Tischen und Materialien.
Breiten Raum nahmen auch wieder die Berichte über Aktionen und Erfahrungen der Mitglieder ein, insbesondere die gute Verbindung von kulturellen Aktivitäten mit politischen Aussagen, sowie die Vernetzung mit anderen progressiven Bewegungen, z.B. für Frieden und Eine Welt.
Es wurde auch eine Entschließung zu Aktionen vorgelegt: Alarm – Verteidigung und massive Unterstützung von Cuba gegen die US-Terrorpolitik jetzt, die mit einer Veränderung einstimmig angenommen wurde (s. Anlage).
Am Nachmittag wurde die MV geöffnet für ein breiteres Publikum: eine Gesprächsrunde: ÜberLeben – frische Eindrücke und Fakten aus und über Cuba mit der Botschafterin der Republik Cuba über die aktuelle Lage in Cuba, die sich laufend steigernden Aggressionen der USA, den Widerstand des cubanischen Volkes und unsere Aufgaben und Möglichkeiten. Sie sprach sehr emotional und leidenschaftlich über all das, was ihrem Volk angetan wird, und wie es dennoch gelingt, den Widerstand aufrecht zu erhalten. Im Raum war die Frage: warum geht kein Aufschrei um die Welt, warum ducken sich die Regierungen dermaßen ab, was können wir tun, um die weitgehende Unkenntnis in unserem Land über Cuba und seine Realität zu bekämpfen? Ein sehr bewegender und mobilisierender Nachmittag.

Entschließung zu Aktionen von der Mitgliederversammlung
des Netzwerk Cuba am 6. Juni 2026 in Berlin
ALARM:
VERTEIDIGUNG UND MASSIVE UNTERSTÜTZUNG
VON CUBA GEGEN DIE US-TERRORPOLITIK JETZT
Die Lage für alle Menschen in Cuba ist äußerst dramatisch und höchst gefährlich. Die staatsterroristischen Maßnahmen des Trump-Rubio-Regimes üben maximalen Druck gegen Cuba aus und nutzen alle kriminellen und mafiösen Mittel gegen die Bevölkerung Cubas. Seit vier Monaten sind sämtliche Öllieferungen und weitere Importmöglichkeiten blockiert bzw. eingeschränkt. Statt den notwendigen 8 Tankerlieferungen pro Monat kam nur ein russischer Tank nach Cuba! Hinzu kommen mindestens 25 Verletzungen des kubanischen Luftraums durch modernste und gefährliche US-Spionagedrohnen, verbale Angriffsdrohungen und andere Anzeichen für eine bevorstehende militärische Attacke des US-Militärs. Der historische Führer Raúl Castro wird von einem Strafprozess in den USA bedroht, seine Anwesenheit soll erzwungen werden. Alle Aktivitäten mit und für Cuba werden weltweit von Sanktionen bedroht.
Die staatsterroristische US-Politik aktiviert das riesige Arsenal der mächtigen US-Geheimdienste, des Militärs, der Söldner und Komplizen, der Medien, der ökonomischen, politischen, diplomatischen Druckmittel und Erpressungen gegen unzählige Drittländer. Es wird unverfroren gelogen und von einer Bedrohung der USA durch Kuba gefaselt. Sie verletzen Völker- und Menschenrechte, zivilisatorische und religiöse Prinzipien in massiver und willkürlicher Form, treiben die lange Tradition imperialistischer Politik der USA auf die Spitze. Was Cuba durch den andauernden brutalen Wirtschaftskrieg auszuhalten hat, ist von historischem Ausmaß, es ist Psycho-Folter und schleichender Genozid.
Cuba wird durch diese dramatische Lage wieder ein Kristallisationspunkt des Antiimperialismus. Sozialismus oder Barbarei. Die USA stehen für Barbarei. Nur langsam sammelt sich Widerstand, dieser muss viel größer und spürbarer werden! Die Gringos sind offensichtlich auf Basis ihrer neuen Sicherheitsstrategie und der aktualisierten Monroe-Doktrin auf einen mörderischen Showdown aus, auf Vernichtung des „guten Anderen“, einer Systemalternative.
Verteidigung, Hilfe und Unterstützung für Cuba ist absolut dringlich!
Was tun?
– im persönlichen, familiären, nachbarschaftlichen und beruflichen Umfeld informieren,
– Mahnwachen vor US-Einrichtungen durchführen (US-Botschaft, US-Konsulate, …)
– bei Unterschriftenkampagnen und Petitionen unterschreiben und diese verbreiten,
– Artikel für lokale und überregionale Zeitungen schreiben und veröffentlichen lassen,
– Artikel für passende Zeitschriften und Magazine schreiben und veröffentlichen lassen,
– Leserbriefe schreiben und veröffentlichen lassen,
– Protestschreiben an Redaktionen, Journalisten und Politikerinnen und Politiker, Ministerien.
Was noch?
– appellieren an die Bundesregierung, den Bundeskanzler, an die EU-Kommission und deren Präsidentin, an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um das völker- und menschenrechtswidrige Handeln der USA gegen Cuba zu stoppen und zu unterlaufen,
– die öffentliche eindeutige Ablehnung der Blockademaßnahmen der USA entsprechend der UN-Resolutionen
– die Bundesregierung und die EU sowie alle freien Staaten der Welt auffordern, die vielfältigen Blockaden der USA konzertiert/gemeinsam zu durchbrechen und Cuba mit Erdöl und den benötigten Derivaten sowie Lebensmitteln und anderen wichtigen Gütern zu beliefern sowie im Wege humanitärer Hilfe dazu beizutragen, die Abhängigkeit Cubas vom Öl durch Umstellung auf regenerative Energien zu reduzieren.
Die Realität Cubas, unsere Fakten und Forderungen müssen in die Medien getragen werden, müssen die Öffentlichkeit und vor allem Entscheidungsträger erreichen. Gehen wir auf die Leute zu!
Viva Cuba Socialista! Viva la Solidaridad!


