Kämpfen für Kuba
Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten in und vor der Karl-Liebknecht-Schule ihre Solidarität mit dem sozialistischen Kuba. (Foto: Tobias Leger)
Kuba wird nicht aufgeben. Das kubanische Volk wird kämpfen und die Revolution verteidigen. Und die Solidaritätsbewegung in Deutschland steht an Kubas Seite. So kann die Veranstaltung „Hände weg von Kuba!“ am vergangenen Sonntag in der Karl-Liebknecht-Schule der DKP in Leverkusen zusammengefasst werden.
Den über 100 Gästen im überfüllten Rosa-Luxemburg-Saal war die schwierige Lage auf Kuba bewusst. Doch schon mit den Grußworten von Mónica Rodríquez Sánchez, Leiterin der Außenstelle der kubanischen Botschaft in Bonn, und Patrik Köbele, Vorsitzender der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), änderte sich die Stimmung von angespannt zu kämpferisch. Großen Applaus und „Cuba sí, Yankee no“-Rufe erhielt Mónicas Rede. Ihr Fazit: „Vielen Dank für die Unterstützung und die Hilfe, die ihr uns immer gebt – in Zeiten wie diesen ist das notwendiger als je zuvor. Zu wissen, dass wir eure Solidarität haben, wir nicht allein sind, ist ein wichtiger Faktor im Kampf für den Erhalt der Revolution.“
Patrik Köbele informierte in seinem Grußwort darüber, dass der Parteivorstand der DKP vor wenigen Wochen das Ziel der Spendensammlung für die Kommunistische Partei Kubas (PCC) von 25.000 Euro auf 100.000 Euro vervierfacht hatte. Er konnte verkünden, dass auch dieses Ziel bereits erreicht wurde und dass es neben der materiellen Solidarität jetzt darum gehe, „weltweit die politische Solidarität mit Kuba zu stärken, dafür muss auch der Druck auf die Bundesregierung verstärkt werden, die faktisch die völkerrechtswidrige, verbrecherische und mörderische Blockade des US-Imperialismus unterstützt.“
Hauptgast des Abends war Enrique Ubieta Gómez, Herausgeber der Kulturzeitschrift „Revolución y Cultura“ und zuvor Chefredakteur von „Cuba Socialista“, dem Theorieorgan der PCC. In seinem Vortrag stellte er nach einer eindrücklichen Beschreibung der aktuellen Lage vier mögliche Szenarien vor, die Kuba aus seiner Sicht bevorstehen könnten. Erstens Verhandlungen mit den USA, oder besser: Gespräche. Denn auch wenn US-Präsident Donald Trump einen kurz bevorstehenden „Deal“ ankündigt, wissen die Kubaner eigentlich noch nicht einmal, worüber gesprochen werden soll. Unabhängigkeit und Fortbestehen des sozialistischen Charakters der Gesellschaft sind für Kuba dabei nicht verhandelbar. Das zweite Szenario wäre die Provokation eines inneren Aufstandes zur Schwächung Kubas mit dem Ziel des Zusammenbruchs der Regierung. Es gibt diese Versuche und es gab sie schon immer. Aber es gibt keine relevante Opposition, die das in Kuba koordinieren könnte, nur einige „Trumpisten“, die aus den USA für Sabotage und Chaos bezahlt werden. Die dritte Möglichkeit wäre ein militärisches Eingreifen der USA, vor allem ein Bombardement. Beim Versuch einer Invasion würden der US-Imperialismus eine zweite Schweinebucht erleben. Kuba würde dabei viele tapfere Helden verlieren, aber kämpfen – und niemals aufgeben. Als viertes Szenario nannte Ubieta Gómez ein Abflachen der aktuellen Anspannung, ein stilles Auslaufen der verschärften Energieblockade.
Welches Szenario am wahrscheinlichsten sei mochte er nicht sagen. Doch seiner Einschätzung nach muss Kuba noch drei Jahre durchhalten, dann sei die Energieversorgung so weit umgestellt, dass eine weitere Ölblockade das Land nicht mehr lahmlegen würde. Solar- und Windenergie würden die Unabhängigkeit sichern.
Kuba hat jahrzehntelang vielen Ländern der Welt geholfen – internationale Solidarität ist für das kubanische Volk nicht nur eine Redewendung. Jetzt ist es an uns, diese Solidarität zurückzugeben und an Kubas Seite zu stehen.