Für Aleida, für Kuba
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Die kubanische Internationalistin Aleida Guevara wird im April den Rosa-Luxemburg-Preis erhalten – stellvertretend für das widerständige Volk Kubas
Von Nick Brauns
Konferenz am 10. Januar in Berlin wurde es bereits unter begeistertem Applaus verkündet: Mit dem Rosa-Luxemburg-Preis wird in diesem Jahr die kubanische Ärztin und Internationalistin Aleida Guevara ausgezeichnet.
Aleida Guevara ist seit vielen Jahrzehnten eine wichtige international vernehmbare Stimme des sozialistischen Kuba. Sie ist in ihrem praktischen Wirken – nicht zuletzt als Ärztin – Verteidigerin der Werte der kubanischen Revolution. Die Tochter des Revolutionärs Ernesto Che Guevara ist eine glühende Internationalistin, die ebenso entschlossen für das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser eintritt, wie sie gegen imperialistische Kriege Stellung bezieht.
Mit dem Rosa-Luxemburg-Preis zeichnen die Tageszeitung junge Welt und das Kulturmagazin Melodie & Rhythmus fortschrittliche Künstler, Wissenschaftler, Aktivisten und Politiker für ihr internationalistisches, klassenkämpferisches, antimilitaristisches und aufklärerisches Engagement aus. Erster Preisträger war im vergangenen Jahr der Schauspieler, Gewerkschafter und Kommunist Rolf Becker, der vergangenen Monat im Alter von 90 Jahren in Hamburg verstorben ist. »Dieser Preis gehört euch allen«, hatte Becker bei der Entgegennahme der Auszeichnung – einer vom Bildhauer Rolf Biebl gefertigten Rosa-Luxemburg-Statuette – im April 2025 erklärt. »Denn nicht einzelne können Bewegungen auslösen, sondern umgekehrt bewegen die Massen den einzelnen, der versucht, das zu formulieren und weiterzutragen.«
Dies gilt ebenso für Aleida Guevara, die den Preis stellvertretend für das widerständige kubanische Volk entgegennehmen wird, das seit sechs Jahrzehnten der US-Blockade trotzt und an seinem sozialistischen Weg festhält.
Doch heute ist Kuba wohl so gefährdet wie seit der 1961 unter der Führung Fidel Castros zurückgeschlagenen US-Invasion exilkubanischer Söldner in der Schweinebucht nicht mehr. Die US-Regierung arbeite gezielt auf einen Sturz der sozialistischen Regierung hin – noch in diesem Jahr, meldete das Wall Street Journal am Donnerstag. So wurde die Blockade Kubas von US-Präsident Donald Trump und dem Exilkubaner Marco Rubio als Außenminister weiter verschärft. Mit der Kaperung von Tankschiffen und dem mit der Verschleppung von Präsident Nicolás Maduro verbundenen Griff nach Venezuelas Öl schneiden die USA Kuba von seinem wichtigsten Energielieferanten ab. Antiimperialistische Solidarität mit Kuba ist jetzt mehr denn je gefordert.
Die Verleihung des Rosa-Luxemburg-Preises findet am Sonnabend, dem 11. April, im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz statt. Bereits ab 13 Uhr wird es dort eine Konferenz zur Solidarität mit Kuba und den Völkern Lateinamerikas geben. Als Referenten oder Podiumsteilnehmer werden unter anderem die kubanische Journalistin Liz Oliva Fernández, der Direktor der Zeitschrift Revolución y Cultura des Kubanischen Kulturministeriums Enrique Ubieta Gómez sowie Franco Cavalli von der medizinischen Solidaritätsvereinigung Medicuba aus der Schweiz erwartet, zudem wird der Liedermacher Nicolás Miquea auftreten. Karten für die Konferenz und die Preisverleihung sind im jW-Shop erhältlich.
»Mein Vater ist der Mensch, der mir beigebracht hat, mit Würde zu leben«
Sie ist Kinderärztin, Politikerin und Kommunistin – vor allem aber Internationalistin. Aleida Guevara, Tochter des Revolutionärs Ernesto »Che« Guevara, steht ihrem berühmten Vater in der Praxis internationaler Solidarität in nichts nach. Sie ist zugleich Erbin eines politischen Vermächtnisses: Che Guevara war ein Mann, der die Revolution nicht nur auf den Lippen trug, sondern im Herzen, um für sie zu sterben, wie er einst sagte. Mit gerade einmal sieben Jahren verlor Aleida Guevara 1967 ihren Vater, der im Guerillakampf in Bolivien ermordet wurde. In einem Abschiedsbrief an seine Kinder schrieb er die so oft zitierten Zeilen: »Vor allem aber seid immer tief in euch in der Lage, Ungerechtigkeit aufzuspüren, gegen wen auch immer, egal wo auf der Welt. Das ist das Beste, was ein Revolutionär tun kann.« – Dieser Satz ist für Aleida Guevara Leitlinie in ihrem Leben und Wirken.
Kurt Terstegen