»In Kuba wird sich gekümmert«
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Linke-Politiker Thorben Peters über seine Erfahrungen auf der Karibikinsel
Wie haben Sie Kuba anderthalb Jahre nach Ihrem bis dato letzten Besuch wahrgenommen?
Immer wieder positiv fällt die wahnsinnige Gastfreundschaft und die Liebe zur Kultur auf. Die soziale Lage hat sich noch mal verschärft. Damals gab es weniger Stromausfälle. Jetzt hatten wir in der Region Artemisa, wo ich die ersten Wochen verbracht habe, Blackouts von zweimal vier Stunden pro Tag. Man bemerkt auch die angespanntere Situation bei Nahrungsmitteln.
Sie hatten in den vergangenen Tagen in Havanna ein Programm mit dem kubanischen Sozialministerium. Was haben Sie da genau gemacht?
Das Sozialministerium hat uns einen Überblick gegeben über das Fürsorge- und Sozialsystem Kubas. Dabei haben wir über vieles gesprochen, das Rentensystem, die Arbeitslosenversicherung, wie Jugendliche unterstützt werden usw. Wir haben verschiedene Einrichtungen besucht, darunter eine Behindertenwerkstatt, in der sehr viele kulturelle Aktivitäten gefördert werden. Wir haben zudem eine Einrichtung besucht, in der Senioren in Armut mit bis zu drei Mahlzeiten am Tag versorgt werden. Sie haben dort Gemeinschaft; auch dort gibt es kulturelle Aktivitäten. Diese kleinen Zentren gibt es gewissermaßen in jedem Stadtteil. Das Besondere ist, dass sie nicht nur vom Staat organisiert sind, sondern die Instandhaltung und auch ein Teil der Lebensmittel aus der Nachbarschaft kommen. Es ist ganz selbstverständlich, als Teil der sozialen Verantwortung, dass man, egal ob als privater oder staatlicher Laden, diesen Einrichtungen etwas abgibt. Das ist ein schönes Prinzip der Solidarität.
Thorben Peters ist Landesvorsitzender der Linkspartei in Niedersachsen und Mitglied von Cuba Sí. Der Sozialarbeiter und Leiter der »Herberge Plus«, einer Obdachlosenunterkunft in Lüneburg, nahm an der europäischen Brigade »José Marti« in Kuba teil.